Hochbegabung in der Kindheit
Kinder mit Hochbegabung unterscheiden sich voneinander genauso wie ihre normal begabten Altersgenossen. Jedes Kind verfügt über eine individuelle Persönlichkeit, eigene Interessenschwerpunkte und ein eigenen Begabungsprofil. Hinzu kommt, dass es auch in der Gruppe der Hochbegabten deutliche Unterschiede in der intellektuellen Leistungsfähigkeit gibt.
Jedoch zeigen Hochbegabte im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern häufig ungewöhnliche Verhaltensweisen.
Anzeichen hochbegabter Kinder
Nicht alle Anzeichen müssen gleichermaßen zutreffen.
- Ungewöhnliche Wachheit – zeigen bereits früh eine hohe Aufmerksamkeit
- Rasche Auffassungsgabe – schnelle Lerner, verstehen Zusammenhänge rasch
- Ausgezeichnetes Gedächtnis – merken sich viele Informationen und behalten sie lange
- Großer Wortschatz – für ihr Alter ungewöhnlich viele Wörter
- Komplexe Sprache nutzen – erfassen Feinheiten, Metaphern und abstrakte Begriffe besser
- Emotionale Tiefe – ungewöhnliche emotionale Intensität, erleben Gefühle sehr stark
- Idealismus und Gerechtigkeitssinn – zeigen schon früh starkes Interesse an Fairness
- Lange Aufmerksamkeitsspanne – Ausdauer und intensive Konzentration bei interessanten Aufgaben
- „Tagträumen“ – oft in eigene Gedanken versunken
- Ungeduld – wenn sie selbst oder andere etwas nicht hinbekommen oder langsam sind
- Schnelleres Lernen – Grundfertigkeiten lernen schneller, brauchen weniger Übung
- Breites Interessenspektrum – verknüpfen Themen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben
- Ausgeprägtes Spezialinteresse – manchmal in einem bestimmten Bereich ganz besonders ausgeprägt
- Starke Neugier – unerschöpfliches Fragereservoir
- Experimentieren, Spielen – sehr am Experimentieren interessiert, Dinge anders machen
- Ungewöhnlicher Humor – ausgeprägter Sinn für Humor, insbesondere bei Wortspielen
- Ordnungssystematik – Bedürfnis, Dinge und Personen nach bestimmten Schemata anzuordnen
- Bevorzugung älterer Spielpartner – suchen kognitiven Stimuli auf ihrem Entwicklungsstand
- Kreativität – Ideen oder Dinge ungewöhnlich miteinander verknüpfen
- Erwachsenenthemen – besonderes Interesse an Religion, Philosophie, Umwelt
häufige Herausforderungen
- Langeweile bei üblichen Beschäftigungen – angebotene Aktivitäten wirken wenig interessant
- Schwierigkeiten, passende Freunde zu finden – fühlen sich „anders“, verstehen sich nicht mit anderen Kindern
- Gefühl von Anderssein – merken, dass sie unterschiedlich denken, werden selten verstanden
- Unterforderung – können bereits lesen, schreiben, rechnen → Stoff langweilt dauerhaft
- Motorische Unruhe und Stören – Zwischenrufe, herumalbern, nicht sitzenbleiben können
- Kopf- und Bauchschmerzen – psychosomatische Beschwerden bei Unterforderung oder Stress
- Verweigerung des Schul-/Kindergartenbesuchs – möchten nicht gehen, sich nicht beteiligen
- Anpassung und Verstecken der Begabung – passen sich bewusst an, verbergen Fähigkeiten, um nicht auffällig zu sein
- Flüchtigkeitsfehler und Unaufmerksamkeit – machen einfache Fehler, wenn sie den Stoff schon kennen
- Einsamkeit und Unverständnis – besonders bei Kindern, die sich anpassen, aber dennoch anders fühlen
- Selbstzweifel – zweifeln an sich selbst und dem, was sie können
- Großer Anpassungsstress – müssen sich stark anpassen, können sich nicht frei entfalten
Potenziale hochbegabter Kinder
Hochbegabte Kinder bringen oft eine besondere Neugier, Lernfreude und schnelle Auffassungsgabe mit. Sie erfassen Zusammenhänge früh, denken kreativ und haben häufig einen ausgeprägten Drang, Dinge wirklich zu verstehen. Ihre Stärken liegen unteranderem in ihrer Kreativität, ihrem logischen Denken und ihrer Fähigkeit, sich intensiv mit Themen zu beschäftigen, die sie interessieren.
